
Das traditionsreiche, heuer bereits zum 42. Mal stattfindende Goldegger Seminar für Chorleitung und Chorgesang wurde für alle Teilnehmenden zu einem unvergesslichen Erlebnis. Möglich geworden ist dies auch heuer nur durch das herausragende organisatorische Engagement von Ute Buchner mit ihrem Helferteam, die finanziellen Zuschüsse des Salzburger Chorverbands, der Pädagogischen Hochschule Salzburg sowie durch das Entgegenkommen des Kulturvereins Goldegg. So konnten nicht weniger als 68 Sängerinnen und Sänger – darunter 37 Chorleiter und Neueinsteiger – für eine Woche gemeinsam in die wunderbare Welt des Chorgesangs eintauchen.
Der ORF Salzburg war vor Ort und hat einen kurzen Beitrag für Salzburg Heute (erschienen am 16. Februar) gestaltet. Das Chorseminar Goldegg findet übrigens jährlich statt – somit auch wieder im Jahr 2027 (anders als im Bericht erwähnt, nicht erst 2028).
Top Organisation - Top ReferentInnen
Ute Buchner war es wieder einmal gelungen, zwei Referent*innen zu gewinnen, die es verstanden, die Teilnehmenden mit ihrem chorleiterischen Können und ihrer Musikalität zu begeistern. Dieses Jahr waren dies Sonja Prugger aus Kärnten und Thomas Caplin aus Norwegen.
Sonja Prugger entführte die Sängerinnen und Sänger mit ihrem musikalischen Temperament und ihrer mitreißenden Energie einerseits in die Welt des durch groovige Rhythmen sowie poppige Sounds und Songs geprägten Chorgesangs. Darüber hinaus machten die Teilnehmenden in ihrem Workshop „Rhythmus im Chor“ erste Erfahrungen mit kurzen Stücken, bei denen perkussive Elemente – erzeugt durch Bodypercussion – im Mittelpunkt stehen und asynchrones, gleichzeitiges Stampfen, Klatschen und Sprechen trainiert wird.
Thomas Caplin wiederum beeindruckte nicht nur mit seiner stets spürbaren hohen Professionalität und Erfahrung, sondern vor allem durch sein einzigartiges, von Menschlichkeit geprägtes Charisma als „Chorprofessor“. Seine Philosophie versteht den Chorleiter mehr als Lehrer und dienenden Helfer der einzelnen Chorsängerinnen und Chorsänger, deren Individualität zu respektieren und wertzuschätzen ist, und weniger als einen von oben autoritär agierenden traditionellen Chorleiter. Gerade durch ihre Verschiedenheit ergänzten sich beide Referenten ideal.
Das Programm - so vielseitig wie die Teilnehmenden
Wie gewohnt war das Angebot des Goldegger Seminars auch heuer vielfältig. Die fast 70 Teilnehmenden waren aufgeteilt in die Seminare „Chorleiter“ und „Chorsänger“. Die Referenten probten mit beiden Gruppen sowohl getrennt als auch gemeinsam im Plenum. Durch das hautnahe Miterleben der Probenarbeit der beiden Referenten, die Möglichkeit, nach eigener Wahl einzelne Lieder oder Liedpassagen zu dirigieren und Detailfragen individuell mit den Referenten zu besprechen, bot sich für jeden Chorleiter im Privatissimum die Chance, wertvolle Tipps und Anregungen für die eigene Arbeit in den Chören aus Goldegg mitzunehmen.
Zusätzlich bereichert wurde das Seminarangebot neben dem bereits genannten Workshop „Rhythmusensemble“ durch weitere Workshops: „Trommeln“ (ebenfalls Sonja Prugger), „Gospels“ (Wolfgang Nening), „Volkslied“ (Stephanie Mandl), „Line Dance“ (Franz Schubert), „Hits und Tipps für die Volks- und Mittelschule“ (Ute Buchner) sowie „Dirigier-Start-ups“ als Hilfestellung für neue Chorleiter, geleitet von Hermine Aichinger. Schließlich boten Andrea Schwarz, Ilse Grießenauer, Nikita Mantaln und Benedikt Gurtner auch noch Einzelstimmbildung für alle Interessierten an.
Dass diese zusätzlichen Unterrichtseinheiten ausschließlich von Seminarteilnehmern geleitet wurden, ist eine der vielen Besonderheiten des Goldegger Seminars.
Natürlich durften auch Geselligkeit, gemeinsames freies Singen und Tanzen sowie Gespräche nicht zu kurz kommen. Dafür boten ein bunter Abend, ein „Come Together“ am Abend des ersten Tages sowie die Pausen zwischen den Probeneinheiten reichlich Gelegenheit.
Das Goldegger Seminar verdankt seinen österreichweiten Ruf nicht nur der Wirkkraft und Fachkompetenz seiner Referenten, sondern in gleichem Maß auch der großen Zahl und Qualität der Sängerinnen und Sänger aller vier Register, die diese Fortbildungsveranstaltung Jahr für Jahr anzieht. So stand den Referenten und Chorleitern auch heuer ein wirklich beeindruckender Klangkörper für ihre Arbeit zur Verfügung.
Finaler Höhepunkt war das Abschlusskonzert
Seinen Höhepunkt erreichte das Seminar auch heuer mit dem diesmal als „öffentliche Probe“ bezeichneten Abschlusskonzert, moderiert von Evelyn Spineth und Martin Fabian. Dabei boten – dirigiert von Chorleitern aus dem Seminar – der fast 70 Stimmen starke Gesamtchor sowie die beiden Teilchöre der Chorsänger und Chorleiter einen abwechslungsreichen Bogen von Liedern, der sich durch Vielfalt, Schwung, Freude und Lockerheit auszeichnete und durch improvisierte perkussive Rhythmusstücke bereichert wurde.
Der begeisterte Applaus des zahlreich erschienenen Publikums bestätigte, dass es den Referenten und Mitwirkenden gemeinsam gelungen war, in dieser besonderen Woche des Chorgesangs nicht weniger als 13 von den beiden Referenten ideal ausgewählte Lieder bis zur Aufführungsreife zu erarbeiten.
Beglückt von diesem Konzerterlebnis, dem gemeinsamen Singen und vielen persönlichen Begegnungen sowie erfüllt von neuen Impulsen und Ideen traten die Seminarteilnehmer schließlich die Heimreise an – die meisten allerdings erst, nachdem sie den Konzertabend noch in geselliger Runde ausklingen lassen hatten. Die allermeisten wohl in der Hoffnung, auch im nächsten Jahr wieder Teil der „Goldegger Chorfamilie rund um Ute Buchner“ sein zu dürfen.
Bleibt noch zu ergänzen, dass das historische Schloss Goldegg und die malerische Goldegger Landschaft für diesen Fixstern im österreichischen Chorkalender ein geradezu ideales Ambiente bieten.
Verfasst von Gerhard Mory
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